Sonntag, 11. April 2010

Alle Freude ist dahin

Ich finde die große Wurzel zu gerade und langweilig und habe deshalb ein paar von Wind und Wetter ausgewaschene Äste aus dem Wald hinzugefügt, die sollen später jedoch unbedingt mal eher schräg nach unten ragen... So rum sieht es unnatürlich aus. Momentan muß ich sie aber zusätzlich eine Weile mit Steinen beschweren, und so herum bleiben die Steine besser drauf liegen...

Der dicke Strunk der Wurzel ist aber schön filigran durchbrochen - habe auch da noch ein paar Wurzelteile hinzugefügt, damit der Strunk nach hinten noch tiefer wird. Das Becken ist ja leider nur 40 cm tief - bei 60 cm Tiefe könnte man mit der Wurzel bestimmt wesentlich bessere Ergebnisse erzielen, dann würde ich sie auf jeden Fall noch mehr schräg nach vorne (oder evtl auch nach hinten) ins Becken ragend anordnen...

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:-( :-( :-( Außerdem sehr deprimierende Nachrichten...

Irgendwann eingeschleppt:
es sieht aus wie die Fischtuberkulose...
könnte auch/und die Beulenkrankheit sein...
betrifft bisher nur meine Perlhuhnbärblinge....

Die befallenen Fische haben die unterschiedlichsten Symptome:

Sie klemmen die Flossen und magern ab,

Sie stehen einzeln immer nur apathisch in einer ruhigen Ecke herum,
fressen nicht, selbst wenn ihnen das Futter direkt vor der Nase herumzappelt,

Sie werden verkrüppelt, verkrümmt und haben total eingefallene Bäuche,
ich habe den Eindruck, das bei manchen was mit dem Mäulchen nicht mehr stimmt - sie machen es nur noch ganz wenig weit auf: verhungern sie vielleicht deswegen?

Manchen quellen auch die Augen raus - möglicherweise sehen sie das Futter auch nicht mehr??

Andere haben total dicke Bäuche - bauchwassersuchtartig? Vielleicht warens aber auch nur Weibchen voller Laich? Die mageren hatte ich deshalb zuerst als "ausgeleerte Laichbäuche" interpretiert...
Seit ein paar Wochen gibt es aber keinen Nachwuchs mehr...

Einer scheint keine Brustflossen mehr zu haben, die Schuppen stehen irgendwie ab und er hat Blasen auf der Oberfläche - dadurch wirkt er wie aufgeplustert, glasartig, schleimig...

Man kann ja in beiden Fällen therapiemäßig nichts wirklich machen - ich werde meinen Fischen erstmal weiterhin bestmögliche Bedingungen verschaffen und abwarten, wie sich das Ganze entwickelt... angeblich können die stabileren Fische dann doch noch eine gute Weile weiterleben, weil sie die Bakterien im Körper mit Bindegewebe umhüllen und so deaktivieren können sollen. Drückt mir die Daumen!

Es wird ja geraten, solche Fische einfach allmählich aussterben zu lassen, und dann total neu anzufangen. Darf gar nicht dran denken... Alles umsonst hergezogen?

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Einen solchen kleinen verkrüppelten Perlhuhnbärbling hatte ich ja schon von fast Anfang an mit drin - ich hatte mir nichts dabei gedacht, da ich irgendwo mal gelesen hatte, sog. Krummrücken kämen bei Perlhuhnbärblingen immer wieder mal vor.
Ich nahm an, das wäre eben so einer und wollte ihm das Gnadenbrot geben... Auf die Idee, daß es immer wieder mal ein anderer "Krüppel" gewesen sein könnte, kam ich gar nicht. Und da die 25 Perlhühner ja sowieso kaum alle einmal gleichzeitig zu sehen sind, fiel mir zuerst auch gar nicht auf, daß es weniger wurden.

Es ist immer nur ein kleiner Teil der Fische betroffen - drei oder vier.... Sogar eins von den munteren Kleinen schwimmt inzwischen mit eingefallenem Bauch herum. Ich habe aber den Eindruck, daß nur noch höchstens die Hälfe der Perlhühner da sind, zählen kann man sie bei einem solchen Pflanzendschungel ja nicht.

Bestimmt sind auch alle meine anderen Behältern infiziert - über Schlauch, Hände, Pflanzenableger, etc. Fühle mich regelrecht erschlagen... Shit!

Alle Freude ist dahin - es ist zum Heulen :-(
sehr deprimierte Grüße
von Evelyn

Kommentare:

  1. von Matz am 11 Apr 2010 10:48
    Hi Evelyn,
    ähnlich erging's mir mit meinen Perlhühnern auch, zog sich über mehrere Monate hin (dicht bepflanztes Becken), bis ich bemerkte, dass es immer weniger wurden.
    Allerdings hatte (und habe) ich die Symptome und sonstiges Ungemach weder bei anderen Fischen im selben Becken, geschweige denn im dem anderen hier zu Hause bemerkt, bzw. verschleppt.
    Hier kann ich dich also hoffentlich etwas beruhigen und auch trösten :-).
    Ich hab' immer noch welche da von den Perlhühnern, aber ich werde den Schwarm nicht mehr aufstocken, da ich immer solche "Krüppel", wie von dir beschrieben und auch bei mir dabei gewesen, in den jeweiligen Verkaufsbecken gesehen habe. So gut sie mir gefallen, aber das ist nix für mich :-(.
    Werde deshalb dann nach dem Hinscheiden des letzten (sind immer noch ca. 10) einen anderen Schwarmfisch wählen.
    Einen schönen Sonntag wünsch' ich dir, bis bald mal wieder,
    LG, Matthias

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  2. Oh vielen Dank Matthias,

    ja, wenn das so ist werde ich wohl wie du von meinen "perfekten Traumfischen" verabschieden müssen, das macht ja keinen Sinn. Schrecklich schade, es gibt keinen Fisch, der mir sooo gut gefällt, wie ausgerechnet dieser - ausgerechnet diese kleinen hübschen Kasperl haben es mir einfach angetan... Und ich dachte noch, was die nur alle haben, die sind doch gar nicht empfindlich, bei mir gedeihen sie doch prächtig :( Den anderen geht es gut - wie bei dir.

    Vielen lieben Dank für deine tröstenden Worte
    und Euch noch einen schönen Frühlingssonntagsnachmittag

    liebe Grüße
    Evelyn

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  3. von Skout am 18 Apr 2010 00:07
    Hallo Evelyn,

    nach meiner mehrjährigen Erfahrung entstehen Krankheiten nur bei schlechten Bedingungen oder Stress.
    Dies konnte ich bei der Neueinrichtung/Umzug des Beckens letztes Jahr beobachten.
    Folge war Bauchwassersucht bei dem einen Fisch(en), hervorquellende Augen bei dem Anderen...
    Ursache ist bei allen eine innere bakterielle Infektion.

    Würde dir empfehlen die Kranken, so wie ich es damals gemacht habe, gleich rum zu machen.
    Mit Heilmitteln hatte ich noch nie Erfolg.
    Ansonsten irgendwie die Bediengungen der Fische verbessern.

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  4. von apple7 am 18 Apr 2010 08:37
    Ja Skout,

    nach viel Leserei bin ich nun auch zu diesem Schluß gekommen, vor allem da die Krankheits-Symptome dermaßen unterschiedlich sind, betrifft es wohl die grad jeweiligen "Schwachstellen" des jeweils betroffenen Fisches.

    Vielleicht sind sie auch zusätzlich gestreßt von der Algenwicklerei...

    Außer viel Wasserwechsel, Erlenzäpfchen und Seemandelbaumblätter mache ich jetzt auch nichts.

    Danke und viele Grüße
    Ev

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